Werner Glinka

Über

Ich bin in Gelsenkirchen geboren, einer Stadt geprägt von Kohle und Stahl im Ruhrgebiet. Mein Vater war Bergmann. Die Fördertürme der Zechen und die Industriebauten der Stahlwerke bildeten die Landschaft meiner Kindheit. Sie haben meine Sichtweise geprägt – auf Materialien, Strukturen und auf das, was wesentlich ist.

Zeche Nordstern

Ich habe Elektrotechnik studiert und bei Nixdorf Computer in Paderborn gearbeitet. Dort programmierte ich Mikroprozessoren und entwickelte Firmware für elektromechanische Systeme. 1981 kam ich durch ein Joint Venture zwischen Nixdorf und Memorex nach Kalifornien – und ich bin geblieben. In den folgenden drei Jahrzehnten wechselte ich vom Engineering ins Management und Marketing und arbeitete für verschiedene Technologieunternehmen im Silicon Valley. Dabei spezialisierte ich mich auf die internationale Standardisierung und das Management von Special Interest Groups (Gremienmanagement), um technologische Ökosysteme aktiv mitzugestalten.

Palo Alto

Um das Jahr 2000 verließ ich die Unternehmenswelt, um als Marketingberater tätig zu sein. Als ich begann, mich intensiv auf die Kunst zu konzentrieren, benötigte ich eine Website für meine Arbeiten. Statt jemanden zu beauftragen, brachte ich es mir selbst bei. Aus dieser Entscheidung wurde eine zweite Karriere als freiberuflicher Webentwickler; zwanzig Jahre lang gestaltete ich Websites für Unternehmen und gemeinnützige Organisationen.

Kings Mountain

Meine künstlerische Arbeit vertiefte sich nach meinem Umzug nach Kings Mountain, in der Santa-Cruz-Kette zwischen Half Moon Bay und Woodside. Ich begann mit Assemblagen – Wandarbeiten aus Fundstücken und weggeworfenen Materialien: Metallbänder von Baustellen, rostiger Zaundraht, Altholz, elektrische Isolatoren, Flusssteine. Die industriellen Texturen meiner Kindheit im Ruhrgebiet und der Minimalismus des Bauhauses beeinflussten meine Arbeit. Etwa zehn Jahre lang stellte ich in der Bay Area aus, bevor ich eine Pause einlegte.

Minneapolis - Lake of the Isles

Jahre später, in Minneapolis, fing ich wieder an. Ich arbeite jetzt in einem Atelier im "Center for People and Craft", einer urbanen Volkshochschule im Viertel Loring Park, die von der dänischen Folkehøjskole-Tradition inspiriert ist. Die kalifornischen Materialien sind nicht mehr da – die früheren Arbeiten sind Artefakte einer abgeschlossenen Phase. Die neuen Werke entstehen aus Karton, Pappmaschee und geschreddertem Papier. Die Formen sind anders, der Impuls ist derselbe.

Ich gebe meinen Arbeiten keine Namen. Sobald ein Werk an der Wand hängt, ist mein Teil getan. Dann liegt es am Betrachter und dessen Beziehung zum Werk; ab diesem Moment gehört es ihm.

Heute teile ich meine Zeit zwischen dem Atelier, dem Schreiben und dem Programmieren auf. Ich pflege einige Open-Source-Plugins für Metalsmith, einen Generator für statische Websites. Ich schreibe über Technologie und Arbeit – besonders darüber, was mit Menschen und Gemeinschaften passiert, wenn Industrien automatisieren oder verschwinden. Ich habe als Kind im Ruhrgebiet miterlebt, wie das geschah. Ich glaube, es passiert gerade wieder, nur in einem viel größeren Ausmaß. Zudem leiste ich Pro-Bono-Webarbeit für gemeinnützige Organisationen, die eine Webpräsenz benötigen, aber kein Budget dafür haben.

Dies sind keine getrennten Leben. Derselbe Faden zieht sich durch alles – die Aufmerksamkeit dafür, wie Dinge gebaut sind, was sie zusammenhält und was passiert, wenn sie auseinanderfallen.

Eine Anmerkung zu meinem Schreiben: Meine Essays und technischen Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit Claude, einem KI-Assistenten von Anthropic. Es ist eine Zusammenarbeit, die das Beste in mir hervorbringt. Wir diskutieren, streiten, und am Ende steht ein Text, der passt.