Werner Glinka Logo

Atelier-Notizen

Serendipität

Ich verschüttete das Schnittgut meines Schredders auf dem Boden. Was ich sah, ließ mich innehalten. Das zufällige Gewirr aus Papierstreifen — Textfragmente, nicht mehr als Sprache lesbar — sah aus wie etwas, das ich verwenden könnte. Ich nahm sie mit ins Atelier, weichte sie eine Stunde lang in einer Mischung aus Holzleim und Wasser ein und ließ sie über Nacht auf Drahtgitter abtropfen.

Die getrocknete Masse fühlt sich wie getrockneter Ton an — steif, formstabil, aber allein nicht robust genug. Mehrere Schichten klarer Seidenmattlack sollten ihr die Haltbarkeit geben, die ein fertiges Stück braucht.

Heute habe ich ein Stück begonnen, das dieses geschredderte Material verwendet. Zufällige Anordnung, zusammengebunden. Serendipität als Methode.

Minneapolis gibt mir keine sturmgefallenen Redwood-Äste oder rostigen Zaundraht. Es gibt mir Schredder-Schnittgut. Man arbeitet mit dem, was man findet.